Ed Mastery Buch Review

Als ich am 1. April 2018 mal wieder durch meine Twitter-Timeline scrollte, stach mir ein Tweet zu einem neuen Buch mit dem Titel „Ed Mastery“ von Michael W Lucas ins Auge.

Zunächst dachte ich an einen Aprilscherz. Wer würde ein Buch über einen zeilenorientierten Shell-Editor von 1971 im Jahre 2018 schreiben?

Für alle die es nicht wissen, ed ist nach ex und vi einer der „Vorfahren“ von Vim und auch heute noch gelangt der eine oder andere evtl. unabsichtlich in den ex-Mode. Zudem sollte der ed auch heute noch in jeder UNIX Installation vorhanden sein und steht somit dem Systemadministrator als eines der wenigen Mitteln zur Verfügung, wenn es mal wirklich richtig schief gegangen ist.

Als die ersten Reviews zu dem Buch noch am selben Tag veröffentlicht wurden war klar, es kann sich wohl doch nicht um einen Aprilscherz handeln. Also kaufte ich die „normale“ eBook Version.

Zum Buch selbst.

Das Buch gliedert sich in 8 Kapitel beginnend bei 0 und binär hochzählend.

Das eigentlich sehr trockene Thema bringt der Autor auf eine sehr witzige und kompetente Art rüber. Man wird in eine Zeit versetzt als die Ausgabe statt auf Monitoren auf Teletypes (Abbildung: Ken Thompson und Dennis Ritchie an einer PDP-11 ) ausgegeben wurde.

Nach einer generellen Einführung und die Basics geht es mit Adressen, Texte bearbeiten, Datei Management und Shell Escapes weiter, bevor es dann um reguläre Ausdrücke, Suchen, Substitutionen und das Verwenden von ed mittels Scripten geht.

Das ganze enthält knapp 100 Seiten und macht tatsächlich Lust auf ein paar kleinere Anpassungen oder Korrekturen mittels ed statt dem gewohnten Editor (in meinen Fall – Neovim).

Fazit.

Und, handelt es sich jetzt um einen Aprilscherz? Dem Autor nach ja und nein. Ja, aufgrund der Art, wie es geschrieben wurde. Es erinnert ein wenig an „Ed, man! !man ed„. Andereseits nein, da hier wirklich anwendbares Wissen vermittelt wird.

Wer gerne auf der Konsole arbeitet und sowieso schon vi oder Vim nutzt, der kann mit diesem Buch noch einiges lernen. Denn viele der hier gezeigten Befehle lassen sich auch heute noch im Vim nutzen.

Sollte der vi dann eines Tages tatsächlich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr starten, so kann man auf den ed statt z. B. cat zurückgreifen.

Das Buch ist als eBook in 2 Versionen verfügbar und als Taschenbuch bei Amazon erhältlich.